Ratgeber & Recht - Dienstag, 19.04.2011 09:28
Bereits im Januar und Februar hatten über 680 Anbieter an der Preisschraube gedreht, darunter die drei Energieriesen RWE, EnBW und Vattenfall. Tabelle: Strompreisänderungen im Frühjahr 2011 Insgesamt verzeichnen die Experten von toptarif.de für den März Preiserhöhungen bei 51 lokalen Versorgern. I
m April und Mai ziehen die Preise bei weiteren 33 bzw. 17 Unternehmen an. Mit Blick auf die Preisentwicklungen im Frühjahr kommen auf einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom durchschnittliche Mehrkosten von rund 60 Euro zu.
Nur in Einzelfällen werden Stromkunden finanziell entlastet. So ist der Strombezug unter anderem in Leipzig und Saarbrücken seit Anfang April etwas günstiger. Allerdings fallen die jetzigen Entlastungen von 3,5 bzw. 3,7 Prozent deutlich geringer aus als die vorangegangenen Preiserhöhungen zu Jahresbeginn von 12,4 bzw. 6,0 Prozent.
Gegenwärtig liegen die durchschnittlichen Strompreise für Privatverbraucher in Deutschland etwa 6,7 Prozent höher als im letzten Frühjahr. „Im Hinblick auf die diesjährigen Preiserhöhungen verweisen die Stromversorger auf den starken Anstieg der Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) von 2,047 Cent pro kWh auf 3,53 Cent pro kWh“, führt Daniel Dodt von toptarif.de aus.
„Kritik an der Preispolitik der Strombranche kommt dagegen aus dem politischen Lager sowie von zahlreichen Energieexperten und Verbraucherschützern. Sie werfen den Konzernen vor, erheblich günstigere Konditionen beim Stromeinkauf nicht in ausreichendem Maße an ihre Endkunden weitergegeben zu haben.“
Auch die gegenwärtigen Preiserhöhungen im Frühjahr werden von den Anbietern mit der Anhebung der EEG-Umlage begründet.
Der aktuelle Preisanstieg an der Strombörse in Folge der Atomkatastrophe in Japan und des von der Bundesregierung verhängten Moratoriums hat hingegen (noch) keine Auswirkungen auf die Preise für Privatverbraucher.
„Der Strombedarf für Haushaltskunden wird von den Versorgern in der Regel ein bis mehrere Jahre im Voraus eingekauft“, so Dodt.
„Entsprechende Preisbewegungen, die jetzt an der Börse stattfinden, dürften demnach erst mittelfristig zum Tragen kommen und auch nur dann, wenn sich der momentane Trend verstetigt.“
Dabei ist zudem der Aspekt zu beachten, dass die reinen Beschaffungskosten nur etwa ein Drittel des Strompreises für Haushalte ausmachen, die restlichen zwei Drittel aber durch andere Faktoren beeinflusst werden. Insofern sind konkrete Prognosen zur Strompreisentwicklung über das restliche Jahr hinaus stets mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet.
„Trotz anhaltend steigender Strompreise haben Verbraucher die Möglichkeit, sich durch einen einfachen Anbieterwechsel gegen höhere Energiekosten zur Wehr zu setzen“, macht Dodt deutlich.
Durch Verbraucherportale wie toptarif.de (www.toptarif.de/strom) oder kostenlose Service-Hotlines wie 0800 - 10 30 499 können sich Verbraucher schnell und unkompliziert über verfügbare Alternativen in ihrer Region informieren und kostenlos zu günstigeren Anbietern wechseln.
Kategorien: Ratgeber & Recht
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