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Ratgeber & Recht - Montag, 19.10.2009 15:13

Solaranlagen - reißende Nachfrage

Unglaublich, aber wahr. Bundesweit setzen zunehmend Verbraucher auf Sonnenenergie. In Schleswig-Holstein haben sich die Anträge zur Errichtung zum Vorjahr fast verdoppelt. Ein Grund ist der gesunkene Preis für die Anlagen und die hohen Einspeisevergütungen. Schwindelfreie Diebe wollen an dem Boom ebenfalls verdienen und klauen die vielfach unversicherten Solar-elemente von den Dächern. Neben der Sicherung der Anlage und deren Versicherungsschutz sind die Möglichkeiten der Brandbekämpfung zu prüfen. 

Seit Anfang 2006 betreiben Diebesbanden den Abbau der bereits montierten Anlagenteile aus sogenannten Solarparks. Besonders gefährdet waren Anlagen die außerhalb besiedelter Gebiete lagen oder schwer einsehbar waren. Dieser Trend hat sich mittlerweile auf Lagerhallen und gut zugängliche Dachflächenanlagen erweitert.

Aktuelle Lage

Im Kreis Fulda wurden vor wenigen Tagen 60 Photovoltaik-Module im Wert von 30.000 gestohlen. Allein für die Demontage und den Abtransport ist eine Logistik erforderlich bis hin zum Abverkauf. Das sind keine Zufallsdiebstähle. Gewerbsmäßige Strukturen sind zu vermuten. Anfang September wurde im Ruhrgebiet eine dreiköpfige Bande gestellt, die im Verdacht steht 250 Solarmodule gestohlen und im Internet verkauft zu haben. Im Emsland kam es zu einer ganzen Serie mit 30 Fällen bei denen 700 Module samt Zubehör gestohlen wurden. Meistens nehmen die Arbeitstrupps zwischen 15 und 60 Module mit. In Wolfsburg wurden von einen Mehrzweckhalle 40 Module im Wert von 40.000 Euro abgebaut. NRW meldet ebenfalls einen Anstieg. Waren es in 2005 noch drei hochvolumige Schäden, so stieg die Zahl in 2008 auf 14 und in 2009 sind schon 12 Fälle registriert.

Das Landeskriminalamt Bayern hatte in 2007 schon Sicherheitsempfehlungen herausgegeben.

http://www.polizei.bayern.de/content/5/2/8/6/photovoltaik.pdf

Befestigung der Analagenteile

Besonderer Wert sollte bei der Planung und dem Versicherungsschutz auf die Befestigung der Module gelegt werden. Entsprechende Hinweise finden Sie unter:

Versicherungsschutz

Die Wohngebäudeversicherung deckt meistens Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Hagel und Sturm ab. Der Diebstahl einer Solaranlage ist meistens nicht mit eingeschlossen. Prüfen Sie Ihre Verträge und denken Sie auch an die summenmäßige Erweiterung der Gebäudeversicherung, falls die Anlage durch eine der anderen schon versicherten Gefahren beschädigt wird. Schlimmstenfalls sind Sie im Brand oder Sturmschaden unterversichert. Sprechen Sie mit dem Versicherer auch über eine Unterverzichtsklausel. Versicherungspolicen mit Allgefahrendeckung oder Elektronikversicherungen die auch Diebstahl beinhalten haben sich am Markt etabliert.

Einsatz der Feuerwehr im Brandfall

Bedenken Sie bei der Planung und dem Verbau der Module auch die Zugangsmöglichkeiten der Feuerwehr im Brandfall. Die Photovoltaikanlagen vereiteln unter Umständen einen Löschangriff der Brandbekämpfer. Aufgrund der vielfältigsten Möglichkeiten der Befestigung sollten die Bewohner über die Abbaumöglichkeit informiert sein und auch auf entsprechendes Werkzeug schnell zugreifen können. Eine Produktbeschreibung sollte auch vorhanden sein und darüber Auskunft geben, ob die Anlage von den Feuerwehrleuten betreten werden kann bzw. diese einem Stromschlag ausgesetzt wären, falls es doch zum Durchbruch kommt.

Kategorien: Ratgeber & Recht, Brand, Videos

Tags: Abzockfallen, Konsumentenschutz, Kriminalitätsbekämpfung, Produktsicherheit, Risikominimierung, Risikoprophylaxe, Vertrauen durch Sicherheit

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