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Produktrückrufe - Mittwoch, 17.02.2010 10:56

US-Behörde fordert Herausgabe interner Unterlagen

Für den japanischen Autobauer spitzt sich die Lage zu. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit ordnete eine Untersuchung über mögliche Versäumnisse bei den Rückrufaktionen des japanischen Autoherstellers Toyota an. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) forderte Toyota dazu auf, zu den drei letzten Rückrufen,  interne Unterlagen über die Rückrufaktionen herauszugeben, mit welchen der Hersteller auf Probleme mit Gas- und Bremspedalen reagiert hatte. Mit der Untersuchung soll geklärt werden, wann der Hersteller von den Produktfehlern erfahren und wie er auf Kundenbeschwerden intern reagiert hat. Die Sicherheitsbehörde will auch prüfen, welche der Probleme bei der Pre-Produktion und Post-Produktion der betroffenen Fahrzeuge entdeckt wurden. Dazu sind von der Sicherheitsbehörde Informationen über die Produktion (Daten, Störungen, Beschwerden, Garantiefälle, Kopien von Tests, Termine von Sitzungen, Zeitpläne und Information der Lieferanten) angefordert worde

Damit wird es neben den drohenden Klagen wegen der Opfer aus den Unfällen, abermals ungemütlicher für Toyota.

Es soll geprüft werden, ob auf die Beschwerden zu klemmenden Gaspedalen rechtzeitig reagiert wurde.

Zum Verhängnis könnten die Informationen aus Europa werden, wonach schon 2008 konkrete Beschwerdefälle gemeldet wurden und daraufhin das Design der Produktion geändert worden sei. Hingegen soll die Produktion in den USA unverändert bis vor einem Monat vom Band gelaufen sein.

Die NHTSA wies darauf hin, dass nach US-Recht alle Hersteller verpflichtet sind, die Behörden binnen fünf Tagen nach Auftreten von Sicherheitsbedenken zu informieren.

Der US-Verkehrsminister Roy LaHood bekräftigte nochmals seine Ansicht, dass sicherheitsbedingte Rückrufe, insbesondere an äußerst sicherheitsrelevanten Teilen eine ernste Angelegenheit seien und Autohersteller diese Mängel schnell melden müssten. Die Zahl der Beschwerdefälle stapelt sich mittlerweile bei der US-Behörde für Straßensicherheit. In den letzten drei Wochen wurden 13 weitere Todesfälle gemeldet, die mit der Pannenserie bei Toyota in Verbindung gebracht werden. Dazu gehört auch ein Fall mit einem Toyota Prius.

Insoweit werden nach Abschluss der Ermittlungen auch weitere Regresse nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zu erwarten sein. Insbesondere die Kraftfahrtversicherer werden prüfen, ob Unfälle in Zusammenhang mit dem Produktmängel entstanden sind und sich Regressansprüche nach dem Produkthaftungsrecht und / oder Deliktsrecht ergeben.

Kategorien: Produktrückrufe, Auto & Verkehr

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